Der Europäische Gerichtshof setzt eine Landmarke_auf dem Kirchberg.

Seit 1952 ist Luxembourg der Sitz des Europäischen Gerichts­hofs. Mit der wachsenden Zahl der Staaten innerhalb der Europäischen Gemeinschaft wuchs der Bedarf an Gerichts­sälen und Büroräumen kontinuierlich. Eine Erweiterung des Domizils im Stadt­zentrum im erforderlichen Umfang war undenk­bar. 1985 stellte deshalb das luxem­bourgische Parla­ment endgültig die Weichen für einen Neubau außerhalb des Zentrums. Der Bau des Europäischen Gerichts­hofs wurde ein erster großer Meilen­stein bei der städte­baulichen Entwicklung des heute so wichtigen Verwaltungs­zentrums auf dem Plateau du Kirchberg. Mit dem ersten Spaten­stich begann am 25. April 1986 der Aushub für die erste Erweiterung des Palais

im massiven Fels des Plateaus. HOCHTIEF Luxemburg erstellte die erste Erweiterung schlüsselfertig, dabei wurde der Stahlbeton-Rohbau in Eigenregie ausgeführt. Die Ausbaugewerke vergaben wir an renommierte Fachfirmen aus Luxembourg als Subunternehmer. In partnerschaftlicher Zusammen­arbeit und unter der Leitung von HOCHTIEF Luxembourg konnten wir das Gebäude termingerecht und unter Einhaltung der geschätzten Kosten realisieren. In der Folge erhielt HOCHTIEF Luxembourg den Auftrag für die schlüssel­fertige Erstellung der Erweiterungen B und C dieses beeindruckenden Bauwerks.

Europas Rechtsprechung auf solidem Fundament.

Zwei in den massiven Fels gebohrte Tunnel verbinden den Anbau mit dem Hauptgebäude. Einer ist dem Personal vorbehalten, der zweite Tunnel dient der Serviceabwicklung innerhalb des Kom­plexes. Eine dreistöckige Tiefgarage beherbergt 900 PKW-Stell­plätze. Durch die Eingangshalle mit ihren zweige­schossigen Gale­rien und die anschließende Wandelhalle gelangt der Besucher zu einer großen Zahl von unterschiedlich großen Gerichts­sälen. Im sieben­geschossigen Turmbau­werk am westlichen Ende des Grund­stücks befindet sich der größte Saal, der auch als Mehr­zweck­raum für besondere Veranstaltungen dient. Die Ein­gangs­halle korres­pon­diert mit den Gebäuden anderer wichtiger Einrichtungen der euro­päi­schen Verw­altung auf der gegen­über­liegen­den Seite der „Rue de Fort Nieder­grunewald“.

Im Erdgeschoss des Gebäudekomplexes befinden sich eine Druckerei und das Restaurant mit 700 Plätzen. Die Büroräume gruppieren sich in bis zu drei Etagen um die sechs großen Innenhöfe. Die architektonisch ansprechende Fassade ist mit hochwertigem Granit verkleidet.

Zwischen den einzelnen Gebäudeabschnitten schaffen verglaste Verbindungsbrücken aus Metall zusätzliche Akzente im Zusammenspiel mit den massiven Baukörpern. Die architektonische Konzeption der Erweiterungen A, B und C des Europäischen Gerichtshofs basiert auf den Entwürfen des Atelier d'Architecture Paczowski Fritsch & Associés.

Erfolgsgeschichte mit interessanter Fortsetzung.

In acht Jahren, von 1986 bis 1994, hatten wir die ersten drei Erweiterungen der europäischen Justizbehörde schlüsselfertig erstellt. 2004 erhielten wir den Auftrag, das Ursprungsgebäude des Europäischen Gerichtshofs, das Palais zurückzubauen und an gleicher Stelle den Rohbau dieses Kerngebäudes mit Plenar- und Verhandlungsräumen und die Erweiterung D, den Anneau neu zu errichten. Dieser an den Innenhof des Palais angrenzende Gebäudering, besteht aus zwei Ebenen Büroflächen, die auf 14 m hohen Portalen aus Walzprofilen angeordnet sind.

Die Verbindung zwischen den Büroebenen und dem Hauptgebäude sind mittels verglaster Brücken realisiert. Vor dem Bau von Palais und Anneau hat HOCHTIEF Luxembourg ein eingeschossiges Parkhaus in verschiedenen Ebenen des Plateau Kirchberg hergestellt. Das Projekt hat ein Auftragsvolumen von zirka 25 Millionen Euro.

Pünktlich wie geplant haben wir im Mai 2006 fast 250.000 Kubikmeter umbauten Raum mit einer Bruttogeschossfläche von mehr als 40.000 Quadratmetern an das zuständige Ministerium übergeben.